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QVH kritisiert AOK-Ausschreibung zu Rollstühlen Drucken

Angriff auf die Wahlfreiheit der Versicherten - Qualität verkümmert zu einer Randnotiz

Mit großer Sorge betrachtet der Qualitätsverbund Hilfsmittel e. V. (QVH) die aktuelle Ausschreibung der AOK Schleswig-Holstein von Versorgungen mit Elektro-Rollstühlen und Elektromobilen. Zuschlagskriterium ist hier nicht das wirtschaftlichste Angebot, sondern allein der niedrigste Preis. "Die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Ausschreibung sowie die Anforderungen an den künftigen Leistungserbringer gehen dabei über eine ISO-Zertifizierung kaum hinaus. Qualität verkümmert zu einer Randnotiz", so Jan Wolter, Leiter der QVH-Geschäftsstelle.

Nach Auffassung des QVH zeigten die Erfahrungen bei Ausschreibungen im Inkontinenz-Bereich, dass die Versorgungsqualität massiv leiden kann, wenn nicht umfassende Qualitätskriterien festgeschrieben werden. "Wenn nur noch der Preis eine Rolle spielt, muss die Qualität letztlich leiden." Entsprechende Folgen sieht der QVH für die künftige Versorgung der Versicherten. Leistungserbringer müssten sich - insbesondere bei preisfixierten Ausschreibungen - an den Wünschen der Krankenkassen orientieren. "Wir befürchten daher einen Abwärts-Wettlauf bei Qualität und Service", so Wolter.

Erschwerend kommt die marktbeherrschende Stellung der AOK in der Region hinzu. Ihr Anteil liegt bei über 50 Prozent. Zwei Lose werden in der Ausschreibung aufgeführt, was eine Reduzierung der Zahl der Leistungserbringer um über 90 Prozent bedeuten könnte. Derzeit versorgen circa 25 bis 30 Leistungserbringer die Region mit Elektro-Rollstühlen und -Mobilen. "Das Handeln der AOK Schleswig-Holstein wird eine Monopolisierung der Leistungserbringerstruktur nach sich ziehen. Das ist ein Angriff auch auf die Wahlfreiheit der Versicherten."

 

Der Verbund setzt sich für eine qualitativ hochwertige Versorgung von Patienten mit medizinischen Hilfsmitteln ein. Von zentraler Bedeutung sind eine intensive Beratung bei der Auswahl und dem Gebrauch des Hilfsmittels sowie eine kontinuierliche Betreuung bei der Anwendung. Der QVH erstellt dafür Qualitätskriterien, die von Arbeitsgruppen, in denen Vertreter aller an der Versorgung Beteiligten zusammenarbeiten, entwickelt werden. Die Erfüllung der Kriterien wird durch ein Siegel des Verbundes nach außen getragen. Weitere Informationen zum QVH unter www.qvh.de.

 

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