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Qualitätsforum 2012

Die Versorgungsqualität in der Hilfsmittelversorgung stand am Weltqualitätstag im Mittelpunkt des Qualitätsforums des Qualitätsverbundes Hilfsmittel e.V.. Mehr als 80 Teilnehmer kamen am 08.11.2012 in das Otto Bock Science Center Medizintechnik, um mehr zum Thema „Die Hilfsmittelbranche im Spannungsfeld von Versorgungsqualität und ökonomischen Zwängen“ zu hören und mit zu diskutieren.

Herr Aumann und Herr Lasthaus, Mitglieder des QVH Vorstandes, forderten in Ihren Einführungsreferaten, dass es zukünftig wieder mehr um die Qualität der Versorgung und weniger um der Preis gehen muss. Herr Lasthaus machte deutlich, dass „die Patienten in der Regel nicht wissen was Sie erwarten können und dürfen. Daher ist es für sie schwer die Qualität einer Versorgung umfänglich einzuschätzen.“ Die Vorstände des QVH waren sich daher einig, dass die Ergebnisqualität für den Patienten transparent, vergleichbar und messbar sein muss. Diese Zielsetzung verfolgt der QVH seit seiner Gründung. Mit dem QVH Gütesiegel wurde Instrument zur Messbarkeit und Überprüfbarkeit von Ergebnisqualität entwickelt.

Der Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik Klaus Jürgen Lotz setzte sich in seinem Vortrag „Versorgungsqualität in Zeiten des Preiskampfes“ zunächst mit der Frage auseinander „Was ist Qualität in der Hilfsmittelversorgung?“ Hier führte er die unterschiedlichen Facetten auf, die zu beachten sind. Entscheidend für ihn ist, dass die Unternehmen „ das Definierte auch leisten und umsetzen können“. Lotz machte deutlich, dass „Hauptsache billig, egal wie“ nicht der Weg sein kann. Nach seiner Ansicht muss die gewünschte Versorgungsqualität beschrieben, vereinheitlicht und in „Vertragsfähige Konzepte“ eingebunden werden. An diesem Prozess müssen alle beteiligt werden, denn „Einigkeit im Fach ist unverzichtbar“. Nach Auffassung des Präsidenten reicht es nicht, „ständig von Qualität zu reden“, vielmehr „müssen klare Definitionen geschaffen werden“. Abschließend stellte Lotz fest; „Wenn wir in der Zukunft qualitativ hochwertige technische Orthopädie machen wollen, müssen wir diese heute definieren und im Kassensystem einführen. Wenn wir weiter zulassen, dass jeder macht, was er gerade für richtig hält, wird das zum Verfall der Qualität führen“

Dr. Siiri Doka, Referatsleiterin Gesundheitspolitik der BAG SELBSTHILFE, beleuchtete in Ihrem Vortrag „Qualität in der Hilfsmittelversorgung zwischen Anspruch und Wirklichkeit“die Versorgungssituation aus Sicht der Patienten. Sie stellte fest, dass es auf allen Qualitätsebenen noch Problembereiche gibt, die geändert werden sollten. Aus Ihre Sicht liegen die Probleme eher bei den Versorgungprozessen und nicht bei der Qualität der Produkte. Bei der Bedarfsermittlung, dem Verordnungs- und Genehmigungsverfahren und Versorgung mit Hilfsmitteln sieht sie noch Verbesserungspotential. Frau Dr. Doka stellte fest, dass „die Mengenempfehlungen des MDK oft als maßgeblich angesehen werden“ und die „Dauer des Genehmigungsverfahrens oft zu lang“ ist. Für Patienten ist das System der Hilfsmittelversorgung oft undurchschaubar, so Doka.

Der Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit Thomas Ilka plädierte in seinem Vortrag „Kostendämpfung oder Versorgungsqualität – Müssen wir uns für eins entscheiden oder geht beides“ für eine ausgewogene Balance zwischen den Vergütungen und der Qualität der zu erbringenden Leistungen.

Carla Grienberger vom GKV-Spitzenverband referierte zum Thema „Qualität im Hilfsmittelmarkt – Wo stehen wir heute, was steht uns noch bevor?“. Sie erläuterte die die Einflussfaktoren und die Rahmenbedingungen für Qualität. Zu dem machte sie deutlich was im Hilfsmittelbereich zukünftig benötigt wird. Beispielsweise wäre eine „stärkere Vernetzung der einzelnen Versorgungsbereiche“, „mehr Qualitätswettbewerb bei der Versorgung und die Überprüfung der Erfüllung von Verträgen" notwendig. Aber auch eine „Nutzenbewertungen zur Angemessenheit von Preisen im Zusammenhang mit Qualität, Effektivität und Effizienz in ausgewählten Bereichen“ und „Marktgerechte Vergütungen“ sollte es zukünftig geben.